Die Geburt aus Sicht des Vaters
Nachdem wir zur Geburt unserer Tochter, auf Anraten unserer damaligen Hebamme, doch ins Krankenhaus gefahren waren, sollte unser zweites Kind Zuhause zur Welt kommen. In Anjet fanden wir eine Hebamme, die uns in diesem Wunsch bestärkte. Mein Vertrauen in die natürliche Geburtskraft war ohnehin schon groß. Bei den Vorsorgebesuchen wurden auch die letzten Zweifel durch die ehrlichen Informationen und die Ruhe und Sicherheit, die Anjet ausstrahlte, weg gewischt.
Drei Tage nach dem errechneten Termin um elf Uhr abends bekam R. erste regelmäßige Wehen, nachdem wir gerade noch miteinander geschlafen hatten (was den Eintritt der Wehen begünstigen kann). R. wollte gerne noch eine Runde schlafen, doch mir klopfte das Herz bis zum Hals.
Nach einer halben Stunde riefen wir Anjet an, die R. ein warmes Bad empfahl, welches eine entspannende und schmerzlindernde Wirkung hatte. Irgendwann wollte R. raus aus der Badewanne und lieber ins dafür eingerichtete Geburtszimmer, auf die Matte. Ab da ging alles sehr schnell. Ich ging in den Vierfüßlerstand und diente R. so als Bank, auf der sie ihren Oberkörper abstützen konnte. Ruck zuck kamen heftige Wehen, und R. stieß beeindruckend tiefe Schreie aus. Anjet gab zurückhaltende, aber genaue Anweisungen und strahlte einfach Ruhe aus. Dann kam das Köpfchen. Und als die Schultern heraus waren, plumpste unser Sohn in Anjets Hände. Ich konnte alles unter R.s Bauch her beobachten und war sehr berührt von dem Moment, als dieser winzige Mensch unsere Welt »betrat«.
Alles in allem war ich natürlich sehr aufgeregt, als es los ging, doch hatte ich in keinem Augenblick Angst. Anjet war ja dabei. Und dass die Geburt dann so schnell und ohne größere Verletzungen für R. ab lief, nahmen wir dankbar als Geschenk an.
Wenn die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft und sonst nichts dagegen spricht, kann ich Eltern nur ermutigen dem natürlichen Geburtsvorgang und der Erfahrung einer Hebamme Vertrauen zu schenken. Es ist schön, so ein herausragendes und auch sehr intimes Ereignis in der vertrauten Umgebung der eigenen Wohnung erleben zu dürfen, ohne technisches Gerät und unbekannte Menschen.
T.
Diese Geburt aus Sicht der Mutter
